11. Bardeler Pflegeaktion im Wacholderhain

Samstagmorgens im November. Die Lichter im Schulgebäude des Missionsgymnasiums St. Antonius Bardel sind aus, die Klassenzimmer sind leer. Und doch: ein reges Treiben an diesem Samstag auf dem Schulhof. Bänke und Tische wurden aufgebaut, Getränkekisten und weitere Verpflegungen bereitgestellt für einen ganz besonderen Aktionstag in Bardel, der in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal stattfand: der sogenannte „Wacholderheidepflegetag“. Dieser ist gelebte Tradition in Bardel und veranlasste deshalb auch in diesem Jahr wieder etwa 120 freiwillige Helferinnen und Helfer – bestehend aus aktuellen und ehemaligen Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen Alters, ihren Angehörigen sowie Lehrerinnen und Lehrern – dazu, um 9 Uhr zusammenzukommen, um die Wacholderheideflächen des Schulgeländes tatkräftig und gemeinschaftlich zu pflegen.

Bei milden Temperaturen begann der Tag mit einer kurzen Begrüßung der Anwesenden durch Schulleiter Markus Lammers, der sich sichtlich begeistert von der Vielzahl an vor allem jungen Schülerinnen und Schülern zeigte, die sich gemeinsam mit ihren Eltern am Wochenende Zeit nahmen, um sich auch außerhalb des Unterrichts für ihre Schule zu engagieren. Zudem verwies Lammers sowohl auf den umweltbildenden Charakter der Aktion als auch auf die große Bedeutung des Wacholderheidepflegetages für das Missionsgymnasium, da dieser in direkter Tradition zu der Arbeit der Franziskanermönche stehe, die diese Heideflächen vor vielen Jahrzehnten kultivierten und pflegten. Nachdem Lars Diekmann als Repräsentant der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim auf die von seiner Stiftung regelmäßig vorgenommenen umweltschützenden Maßnahmen in der Wacholderheide hinwies, übernahm die zusammen mit Malin Buntrock für die Organisation der Aktion verantwortliche Obfrau für das Fach Biologie am Missionsgymnasium, Marie Reckmann, das Wort, um die Gruppe die Notwendigkeit und den Ablauf der Pflegemaßnahmen in der Heide zu erläutern; die Wacholderpflanzen wüchsen nur wenige Zentimeter im Jahr, weshalb das Entfernen von wuchernden Pflanzen wie Brombeersträuchern, Birkentrieben oder invasiven Neophyten wie der nordamerikanischen Spätblühenden Traubenkirsche nötig sei. So erhielten die Wacholderpflanzen genügend Raum, um ausreichend Sonnenlicht zu fotosynthetisieren und so zu gedeihen. Außerdem adressierte Reckmann an die jungen Helferinnen und Helfer, dass es besonders wichtig und spannend sei, seltene und schwierig zu identifizierende Wacholderkeimlinge ausfindig zu machen, damit diese geschützt werden können.

In Kleingruppen eingeteilt und mit Spaten, Astscheren und Sägen ausgestattet, begann daraufhin bei guter Laune die Arbeit im Gelände. Auch in diesem Jahr wurde der gemeinschaftsstärkende Charakter der Aktion deutlich, die jedes Jahr wieder den passenden Rahmen bietet, damit Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam anpacken und dabei in einen über den Unterricht hinausgehenden Austausch kommen können.

Dabei wurde einiges bewerkstelligt. Eine Vielzahl an Traubenkirschen und Birkentrieben konnten entfernt werden, um den Wacholderpflanzen mehr Freiflächen zu ermöglichen. Die Kinder konnten sich neben der anstrengenden Handarbeit durch das Aufspüren von zehn weiteren neugewachsenen Wacholderkeimlingen auszeichnen, die zunächst markiert wurden, um im Nachhinein eingezäunt zu werden.

So war gegen Mittag nach getaner Arbeit bei Getränken, Brötchen, Blumenkohl- und Kartoffelsuppe der einhellige Tenor, dass die Aktion erfolgreich gewesen sei. Zum krönenden Abschluss wurde, passend zum Thema, alkoholfreier Wacholdergin ausgeschenkt – Prost, auf die kommenden Wacholderheidepflegetage in Bardel!