„Abiversal“: Bardeler Abiturientia feiert Abschluss eines „großen Films“

Schulleiter Markus Lammers verabschiedet Abiturjahrgang 2026 des Missionsgymnasiums St. Antonius mit einer Hollywood-Hommage an Universal-Gründer Carl Laemmle.

Unter dem selbstgewählten Motto „Abiversal – 13 Jahre lang im falschen Film!“ hat die Abiturientia 2026 des Missionsgymnasiums St. Antonius in Bardel am 26. Juni im Anschluss an einen Abiturgottesdienst in der Klosterkirche ihre Zeugnisse erhalten. 53 Absolventinnen und Absolventen erhielten an diesem Tag ihre Abiturzeugnisse – Grund genug für eine stimmungsvolle Feier, zumal 19 von ihnen eine Eins vor dem Komma erreichten und sogar zweimal die Traumnote 1,0 vergeben werden konnte. Das ergab einen großartigen Gesamtdurchschnitt von 2,33. Schulleiter Markus Lammers nutzte die Anspielung auf das Filmstudio Universal Pictures für eine humorvolle, aber auch tiefsinnige Abschiedsrede – und drehte das Motto am Ende kurzerhand um.

Die Feier fand in diesem Jahr an einem ungewöhnlichen Ort statt: in der Klosterkirche des benachbarten Klosters Bardel. Schulleiter Lammers dankte Pater Wilhelm ausdrücklich dafür, dass die Schulgemeinschaft sich angesichts der Witterung dorthin zurückziehen durfte. Zuvor hatte am gleichen Ort der Abiturgottesdienst stattgefunden, der von Lehrkäften und Abiturientinnen und Abiturienten unter der Leitung von Pater Wilhelm und Daniel Ladermann mitgestaltet wurde. Pater Wilhelm fand in seiner Predigt bewegende und optimistische Worte für die Abiturientinnen und Abiturienten. Jeder Mensch sei sehr viel mehr Wert als das, was er leiste, so Pater Wilhelm. Die Freude, die die jungen Menschen heute empfänden, sei mehr als ein Spaß, sie komme aus tiefstem Herzen. Pater Wilhelm wünschte der Abiturientia, dass diese Freude und die Dankbarkeit dafür das zukünftige Leben prägen möge.

Neben den Abiturientinnen und Abiturienten begrüßte er zahlreiche Ehrengäste, darunter die stellvertretende Landrätin des Landkreises Grafschaft Bentheim, Charlotte Ruschulte, sowie den Bürgermeister von Bad Bentheim, Dr. Volker Pannen. Frau Ruschulte und Herr Dr. Pannen drückten in ihren Reden die Gratulation für das Erreichte aus und wünschten den Abiturientinnen und Abiturienten für die Zukunft auf der einen Seite Menschen, die unterstützend zur Seite stehen, und auf der anderen Seite auch neue „Drehorte“ und Kontakte, die den Horizont erweitern.

Auch aus Sicht der Eltern wurde das „Finale des Films“ gewürdigt: Frau Uesbeck, Frau van Weyck, Frau Ose und Frau Eink sprachen im Namen aller Eltern, blickten humorvoll zurück auf die vergangenen Jahre bzw. „Drehorte“ und gratulierten den Absolventinnen und Absolventen herzlich. Im Anschluss richtete die Abiturientia selbst das Wort an die Festgemeinde. Pia SchulteWestenberg und Jesko Schotemeier ließen auf humorvolle und tiefgründige Art und Weise die Vergangenheit Revue passieren. Sie bedankten sich umfassend bei allen, die zum Gelingen des Abiturs beigetragen haben. Hochklassige musikalische Beiträge von den Abiturientinnen Greta Meer, Lotta Bos, Alissa Debely und dem Abiturienten Emilian Hauser lockerten die Veranstaltung auf und ließen Zeit zum Innehalten.

Neben dem deutschen Abiturzeugnis erhielten mehrere Schülerinnen und Schüler zusätzlich die englische A-Level-Zertifikate (Amelie Kasprzak, Antje Marker, Nora Wewel, Jay Klumparendt, Emilian Hauser, Pia Schulte-Westenberg, Greta Meer, Alissa Debely, und Majke Steenweg) sowie Auszeichnungen für besondere Leistungen. Ylvi Breulmann und Cengiz Kuyutas erhielten den „Social School Award“ für ihren herausragenden Einsatz als Schülersprecher.

Vom Drehbuch zum eigenen Film

In seiner Ansprache griff Lammers das Stufenmotto auf und stellte den 13 Schuljahren – davon neun in Bardel – ein eigenes Bild gegenüber: „Abibardel – 9 Jahre genau richtig!“ Er machte deutlich, dass die Schulzeit den Schülerinnen und Schülern durchaus Raum gegeben habe, das eigene „Drehbuch“ mitzuschreiben, statt nur eine vorgegebene Rolle zu spielen: „Die erwähnten Beispiele zeigen, dass Bardel durchaus die Möglichkeit bot, das Drehbuch mitzuschreiben, was viele von Euch auch auf ganz hervorragende Art und Weise getan haben.“

Besonders eindringlich wurde Lammers, als er den scheidenden Abiturienten riet, sich künftig selbst als Regisseure ihres Lebens zu verstehen – und sich nicht in Rollen drängen zu lassen, hinter denen sie nicht stehen: „Seid oder werdet aber selbst Regisseure Eures realen Lebens! […] Lasst euch nicht falsch besetzen! Nehmt nicht an Castings teil zu Projekten, hinter denen Ihr nicht steht!“

Carl Laemmle als Vorbild für den „Amerikanischen Traum“

Einen breiten Raum nahm in der Rede die Geschichte des Universal-Gründers Carl Laemmle ein, der 1884 aus Schwaben in die USA auswanderte und 1912 die heutigen Universal Pictures gründete. Lammers würdigte Laemmle als einen der einflussreichsten Filmpioniere Hollywoods, der dem aufkommenden Antisemitismus in Europa entfloh und in den USA zu einem der mächtigsten Studiobosse seiner Zeit aufstieg. Er verknüpfte dies mit dem Hinweis auf UniversalProduktionen wie „Schindlers Liste“ und „Brokeback Mountain“, die sich für Toleranz und gegen Diskriminierung einsetzten – Werte, für die Bardel stehe und die auch von den Abiturientinnen und Abiturienten gelebt werden mögen.

Drei Säulen des Schulprofils

Anhand dreier „Filmgenres“ – Historienfilm, Abenteuerfilm und Naturdokumentation veranschaulichte Lammers die drei zentralen Säulen des Missionsgymnasiums: die Umweltbildung, die internationale Bildung sowie das christlich-franziskanische Profil der Schule. Mit Blick auf den in diesem Jahr 800. Todestag des Franz von Assisi betonte er, dass dessen Botschaft von Respekt vor der Schöpfung und einem liebevollen Umgang miteinander auch für die Zukunft der Absolventinnen und Absolventen prägend bleiben solle.

Taukreuz als Wegbegleiter

Als bleibende Erinnerung an die Schulzeit erhielt jede Absolventin und jeder Absolvent neben dem Abiturzeugnis ein kleines Taukreuz, das Antoniuskreuz des Franziskanerordens. Es solle, so Lammers, ein Begleiter und Beschützer auf dem weiteren Lebensweg sein und stets an das franziskanische Fundament der Bardeler Schulzeit erinnern.

Lammers schloss seine Ansprache mit einem Dank an die Schulleitung, die Kolleginnen und Kollegen, das Sekretariat, die Hausmeister, den IT-Administrator, die Schulsozialarbeiterin sowie die Ordensbrüder des Klosters Bardel und löste das Motto des Jahrgangs filmreif auf: „Bardel, 26.6.26, die erste!“ – und „Action!“

 

Folgende Schülerinnen und Schüler haben ihr Abitur am Missionsgymnasium erfolgreich bestanden:

Katarina Agten, Maria Bierbaum, Jakob Borchardt, Lotta Bos, Luise Breitenbach, Ylvi Breulmann, Malina Bunte, Estelle de Groot, Alissa Debely, Isabelle Eink, Jana Feldhaus, Laureen Fidan, Leonie Grote, Emilian Hauser, Svenja Heddendorp, Lucy Heijmen, Jannis Hohensee, Tjorven Hohensee, Alina Hopmann, Luca Hopmann, Lena Juara Guzman, Amelie Kasprzak, Jay Klumparendt, Ella Krebstakies, Marvin Krumpen, Cengiz Kuyutas, Antje Marker, Greta Meer, Daniel Merkel, Vico Michalski, Leon Nowack, Rupert Ose, Hannes Perrefort, Greta Pont, Annika Reckmann, Lukas Richelmann, Luisa Rohn, Maurice Schepers, Friederike Schneider, Jesko Schotemeier, Pia Schulte-Westenberg, Mika Siewert, Majke Steenweg, Henry Steffen, Henry Sundermann, Gabriel Tunc, Maja Uesbeck, Judith van Weyck, Mia Vinkelau, Caitlyn Weinschenk, Wencke Werning, Nora Wewel und Anna Wilbuer