Die Geschichte des Missionsgymnasium St. Antonius im Kloster Bardel

1923 Gründung des Kollegs
1939 - 1952 Unterbrechung des Unterrichtsbetriebes
1972 3-zügiges Gymnasium
2002 Trägerschaft des Bistums Osnabrück

 

 

 

Bereits im Jahre 1910 begannen die Vorbereitungen für die Einrichtung eines Kollegs, als Pater Cornelius Neises, Oberer des Klosters Cartu in Brasilien, sich für die Gründung eines Kollegs in Deutschland einsetzte. Der Anlass waren Nachwuchsprobleme der nordostbrasilischen Franziskanerprovinz vom Hl. Antonius. Erst 1921 wurde dann, wegen des 1. Weltkrieges, von den zuständigen Stellen in Rom und vom Osnabrücker Bischof Dr. Berning aus die Erlaubnis erteilt. Es wurde der Grundstein für das "Klösterchen", dem heutigen Jugendhof, gelegt. Am 19. März 1922 konnte die erste heilige Messe im Klösterchen gefeiert werden, am 4. Oktober wurden dort die ersten Brüder in den Orden des heiligen Franziskus aufgenommen.

Der 1. August 1923 gilt als Gründungsdatum des Kollegs und späteren Gymnasiums. Der Chorraum der Kirche und der sich anschließende Schulflügel sind fertig gestellt. Der Unterricht beginnt mit 28 Schülern aus ganz Deutschland, die alle im Internat untergebracht sind. Als Unterkunft dient zunächst der Dachboden (heute Galerie). Die Schule hat die Aufgabe, junge Menschen für den Priesterberuf in Brasilien vorzubereiten.

1925 - Es folgen schwere Zeiten. Durch die Inflation und die Einführung der neuen Währung steht das Kolleg vor dem finanziellen Ruin. P. Odilo Gelhaus kommt aus Brasilien. Es gelingt ihm zusammen mit dem Hausoberen und Ökonomen P. Mauritius Mellage, das Projekt zu retten. 1925 wird der St. Antonius-Verein als Rechtsträger von Bardel gegründet.

1929 -1933 - Trotz der Weltwirtschaftskrise geht die Bautätigkeit der Schule weiter und kommt zu einem ersten Abschluss.

1933 besuchen 120 Schüler das Kolleg.

1939 - Am 31. März 1939 muss der Schulbetrieb auf Druck der Nationalsozialisten eingestellt werden, weil sich der Rektor von Bardel, P. Vitalis Boklage, weigert, das Kloster zu einer Nationalsozialistischen Lehrerbildungsanstalt zu machen. Seit der Gründung des Kollegs sind insgesamt 250 junge Franziskaner den Weg nach Brasilien gegangen.

Am 5. Oktober 1939 werden alle noch verbliebenen Ordensleute - 7 Patres und 25 Brüder - in einer Blitzaktion von der Gestapo des Hauses verwiesen. Gebäude und Ländereien werden enteignet. Es wird eine Flak- und Versorgungseinheit einquartiert.

1940 -1945 - Im Sommer 1940 bezieht dann eine Gruppe von Schülern eines staatlichen Aufbaulehrgangs die Schule. Diese sollen auf das Studium an der "Hochschule für Lehrerbildung" vorbereitet werden. Im August 1942 wird der Aufbaulehrgang - wie überall - in eine "Nationalsozialistische Lehrerbildungsanstalt" (LBA) umgewandelt.

Ab Herbst 1944 werden der Volkssturm und schließlich Hunderte holländischer Zwangsarbeiter einquartiert. Nach Kriegsende erfolgt zunächst eine Belegung mit englischem Militär; nach dem Abzug der Soldaten wird die Inneneinrichtung der Gebäude geplündert.

1946-1951 - Im Mai 1946 weist die Militärregierung die Gebäude Flüchtlingen als Wohnung zu. Zunächst sind es 50 Familien. Die Zahl steigt bis 1950 auf 90 Familien mit 400 bis 450 Personen, die hier Unterkunft finden. Es wird die Lagerschule Bardel eingerichtet. Durch die Zuweisung der Familien auf benachbarte Orte nimmt die Bewohnerzahl wieder ab.

1952 - Nach langem Bemühen und unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel gelingt es schließlich im Frühjahr 1952, den Unterrichtsbetrieb nach einer gründlichen und sehr kostspieligen Renovierung der Gebäude schrittweise wiederaufzunehmen.

1957 - Um auch solchen Absolventen, die sich nicht für den geistlichen Beruf entscheiden, eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten, bemüht sich die Schule um die staatliche Anerkennung ihrer Abschlusszeugnisse. Nachdem diese 1957 für die Klassen 5 - 10 ausgesprochen wird, kann 1961 das erste Abitur von 13 Prüflingen erfolgreich abgelegt werden.

1960 - Unter Leitung von P. Bertin Vieth erfolgt die Vervollständigung und Erweiterung der unvollständig gebliebenen Bauten der Vorkriegszeit. Bis 1980 entstehen das Kloster mit der Verwaltung, ein Wohnheim, die Pausenhalle, Aula, Museum, Küche, die Turn- und Schwimmhalle.

1967 - Der Schulleiter P. Vitalis Boklage übergibt sein Amt mit Beginn des Kurzschuljahres 1967/68 an P. Rembert Koepchen.

Pater Vitalis übernahm 1935 die Leitung der Schule. Nach Vertreibung der Ordensleute aus dem Kloster folgten für ihn Soldatenzeit und Aufenthalt in Brasilien. Nachdem Pater Dr. Marzellus Gerken zwischenzeitlich die Schule geleitet hat, stand er seit 1956 wieder an der Spitze des Lehrerkollegiums. Zum ersten Mal fand in diesem Jahr (1956) die Abiturprüfung mit staatlicher Genehmigung unter der Leitung von Pater Vitalis statt.

1972 - Es erfolgt ein Strukturwandel der Schule, die jetzt auch Schüler anderer Konfessionen, Externe und Mädchen aufnimmt. Viele Kinder portugiesischer Gastarbeiter besuchen die Schule. Außerdem kommt eine Tagesheimschule dazu, deren Schüler morgens mit dem Omnibus kommen und am Spätnachmittag wieder heimfahren. Da sich dieser Schulversuch nicht bewährt, weil die Kinder sich weniger diszipliniert als erwartet verhalten, lässt man ihn wieder auslaufen.

Die Schule wächst stetig zu einem dreizügigen Gymnasium.

1976 - Die Schülerzahl steigt auf 508. Zwischen 1971 und 1981 verfünffacht sich die Schülerzahl.

1977 - Das in Bardel abgelegte Abitur wird vom portugiesischen Kultusministerium anerkannt. 

1989 - Wegen des nachlassenden Bedarfs wird das Internat geschlossen. Ab 1990 wohnen im Internat Asylanten aus verschiedenen Herkunftsländern.

1994 - Pater Rembert Koepchen übergibt die Schulleitung an Oberstudiendirektor Ulrich Oettel.

1998 feiert das Missionsgymnasium feiert das 75-jährige Jubiläum mit zahlreichen Aktionen.

Der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, hält die Festrede.

2002 - Aus finanziellen und personellen Gründen geht die Trägerschaft des Missionsgymnasiums aus der Trägerschaft des Franziskanerordens am 1.8.2002 nach fast 80 Jahren in die Trägerschaft des Bistums Osnabrück über. Die dreizügige Schule wird von fast 700 Schülern aus der Grafschaft Bentheim, besonders aus Nordhorn und Bad Bentheim, und aus Nordrhein-Westfalen besucht. In einigen Jahren soll das Missionsgymnasium von der neu gegründeten "Schulstiftung im Bistum Osnabrück" übernommen werden.

Das Bistum Osnabrück investiert für den Ausbau des Missionsgymnasiums Millionen. ie Heizung und die elektrische Versorgung wurden erneuert und die Sicherheitsvorrichtungen auf einen neuen Stand gebracht. An Stelle des ehemaligen Internats entstehen zwei große naturwissenschaftliche Fachräume und eine Bibliothek mit Stillarbeitsplätzen. Geplant war ferner eine große Cafeteria und die Gestaltung der Außenanlagen.

2005 - Am 3. Juni 2005 erfolgt die Einweihung der naturwissenschaftlichen Fachräume durch Generalvikar Theo Paul.

2007 - In einer Feierstunde wird die neue Cafeteria bei Anwesenheit viele Gäste von Generalvikar Theo Paul gesegnet und offiziell eröffnet. Mit der Cafeteria komplettiert die Schule ihre Anlagen auf dem großen Schulgelände, das Turnhallen, Schwimmbad und Außensportanlagen und auch eine Aula umfasst.

Landrat Kethorn sieht das Missionsgymnasium in Bardel nicht gefährdet, wenn in Nordhorn ein Evangelisches Gymnasium entsteht. Bei den Zuschüssen von Seiten des Landkreises soll es für beide Schulen eine Gleichbehandlung geben. Das Missionsgymnasium erhält vom Kreis für jeden der 488 Schüler aus der Grafschaft pro Jahr 127,82 €. Mindestens diese Summe soll es auch künftig geben. Evtl. wird ein Erhöhungsfaktor eingeführt, der sich am Lebenshaltungskostenindex orientiert.

Während einer Studienreise nach Sorrent am Golf von Neapel verunglückt eine Reisegruppe des Missionsgymnasiums mit 42 Schülern und Lehrern am 10. Juni zwischen Rom und Neapel, als der Bus von der Straße abkommt und sich mehrfach überschlägt. Eine Schülerin, ein Lehrer und ein Busfahrer müssen in Italien stationär behandelt werden. Zahlreiche Insassen ziehen sich Brüche, Prellungen und Verstauchungen zu. In einer Rückholaktion werden die Teilnehmer heimgeholt. Der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode trifft sich in Bardel mit den Schülern. Er lobt die Unfallseelsorge und die Schule für ihren Einsatz.

Das Missionsgymnasium St. Antonius kündigt an, dass es ab Schuljahr 2008/09 neue Wege in der Bildungspolitik einschlagen werde. Sie wird den Titel "International College of Science and the Arts(Internationale Schule für Wissenschaft und angewandte Künste) im Namen tragen. Dieser Titel drückt einen Teil des Programms aus: Der Unterricht in den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern wird Schritt für Schritt zweisprachig (Deutsch und Englisch) erfolgen. So sollen die Schüler auf ein Studium im Ausland vorbereitet werden. Neben dem Abitur werden auch Bildungsabschlüsse aus dem angelsächsischen Raum erteilt.

Die Schulstiftung im Bistum Osnabrück als Schulträger des Missionsgymnasiums teilt mit, dass an der Schule in nächster Zeit umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen seien.

Zwei Wochen lang besuchen 29 Schüler der Bardeler Partnerschule St. Benedict aus Durban/ Südafrika das Missionsgymnasium

In Bardel können die Schüler künftig einen international anerkannten Bildungsabschluss machen: die A-Level Examination der Cambridge International Examinations (CIE).

2011 Stele informiert über 90 Jahre Bardel. Eine neue Informationsstele vor dem Eingang zum Bardeler Tor informiert über die bewegte Geschichte des Hauses. Sie schlägt einen Bogen von der Gründung des Klosters und der Schule 1921 bzw. 1923 über die Enteignung in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur bis hin zum Wiederaufbau, dem Trägerwechsel und der Eröffnung des International College. Sie ist ein Geschenk der Schulstiftung des Bistums Osnabrück, die mit ihrem 10jährigen Bestehen einen runden Geburtstag feierte.

2012 - Am 27. März 2012 starb nach langer Krankheit Pater Rembert Koepchen im Alter von 84 Jahren. Der Verstorbene war von 1967 bis 1994 als Direktor am Missionsgymnasium Bardel tätig.

Wechsel in der Schulleitung

"Ich wollte das Schiff erst verlassen, wenn es einen neuen Kapitän hat", sagt Ulrich Oettel und begrüßt auf diesem Wege seinen Nachfolger Christoph Grunewald. Der 46-jährige wird ab 1. August neuer Schulleiter des Missionsgymnasiums St. Antonius in Bardel, bevor am 23. August der Schulunterricht mit den insgesamt 700 Schülern und dem 55-köpfigen Lehrerkollegium wiederbeginnt.

Ausführliche Version

»» http://www.grafschafter-schulgeschichte.de/Bad%20Bentheim/C13.html

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